Auf ein Wort ...

Wann ist ein Foto ein gutes Foto?

 

 

Ein Foto ist dann ein gutes Foto, wenn es gefällt. Wirklich? Nur so – weil es gefällt? Weit gefehlt! Es gerät dadurch sogar in den Verdacht der Oberflächlichkeit.

 

Ein wirklich gutes Foto muss einigen in Stein gemeißelten Grundsätzen entsprechen, bevor es von den Gralshütern der reinen Lehre länger eine Sekunde mit kritisch zusammengekniffenen Augen betrachtet wird:

 

 

- das Hauptmotiv muss im „Goldenen Schnitt“ positioniert sein

 

- das Bild muss die maximale technisch erreichbare Schärfe aufweisen

- das Bild darf nicht zu dunkel sein

 

- das Bild darf nicht zu hell sein

 

- Farben dürfen nicht zu kräftig sein

 

- Farben dürfen nicht zu blass sein

 

- Farben müssen der Realität entsprechen

 

- bei einer Schwarzweißfotografie müssen Schatten und Lichter eine Spur Zeichnung aufweisen

 

- zwischen Lichtern und Schatten muss eine reichhaltige Grauwertskala zu finden sein

 

- Kontraste dürfen nicht zu stark sein

 

- Kontraste dürfen nicht zu schwach sein

 

 

Diese Auflistung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Verletzung auch nur eines der genannten Gesetze verrät den künstlerischen Dilettanten – möge er in der Hölle schmoren!

Weiterhin ist es unerlässlich, dass ein Fotograf über eine eigene und unverwechselbare künstlerische „Handschrift“ verfügt. Hat er sich diese angeeignet, muss jede Fotografie ausschließlich diesem Stil entsprechen. Seine Fotografien müssen auch ohne ausgewiesene Namensnennung unzweifelhaft als „ein Müller“ oder „ein Meier“ zu identifizieren sein.

 

 

Jedoch - ist die reine Lehre vielleicht nur die reine Leere?

 

 

Ich erlaube meinen Bildern:

 

- ein außerhalb des goldenen Schnittes positioniertes Hauptmotiv

 

- Unschärfe

 

- Dunkelheit

 

- Helligkeit

 

- kräftige Farben

 

- blasse Farben

 

- von der Realität abweichende Farben

 

- reines, zeichnungsfreies Schwarz und Weiß

 

- eine nur grob gestufte Grauwertskala

 

- starke Kontraste

- schwache Kontraste

 

Und das mache ich mit voller Absicht! Ich finde zum Beispiel, dass bewusst dunkel gehaltene Fotografien sehr gut dazu beitragen die düstere Atmosphäre mancher morbider Motive zu vermitteln. Auch verleihen moderate Schärfeleistung und Vignettierungen den Bildergebnissen einer Holga und historischen Kameras aus Opas Dachgeschoss einen ganz besonderen Charme. Gleiches gilt für die scheinbaren Schwächen (tatsächlich die kreativen Stärken) des Objektives "Subjektiv" mit den Modulen Pinhole - Zonenplatte - Meniskuslinse - Acryllinse. Auch andere Gesetzesübertretungen sind nicht verwerflich sondern öffnen Spielräume.

 

Mit Schamesröte im Antlitz weise ich zudem darauf hin, dass ich das fotografiere was mir gerade in den Sinn und vor die Linse kommt, unabhängig davon ob ich ein auch nur annähernd vergleichbares Bild bereits geschaffen habe.

 

Um das Maß meiner Unvollkommenheit bis zum Rande zu füllen, verzichte ich bei der Präsentation meiner Fotografien auf bemüht wirkende Bildtitel. Meine Bilder heißen ganz einfach übereinstimmend "Bilder". Auch bin ich zwar bestrebt meine Fotografien in mehreren Galerien thematisch zu gruppieren, verzichte jedoch auch hierbei auf eine Namensgebung und überlasse es großzügig dem Betrachter die einer Serie innewohnende Essenz nach eigenem Gusto zu charakterisieren. Die davon betroffenen Galerien erhalten den sinnvollen Namen "Galerie". Um der Pedanterie zu huldigen ergänze ich diese Bezeichnung mit einer ordnenden Ziffer.

 

Ich freue mich darüber, wenn Sie den oben genannten Freiheiten mit Wohlwollen begegnen und heiße Sie als Gast und Freund auf dieser Website willkommen.

 

Auf dieser Website möchte ich Ihnen Abwechslung und Aktualität bieten. Ich werde meine neusten Bilder zeigen, Angestaubtes wieder entfernen und Sie damit zu wiederholten Besuchen einladen.

 

Also dann - bis zum nächsten Mal

 

 

 

Bernd H. Daub